Shōjo

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Shōjo (jap. 少女, dt. Mädchen) ist im Westen vor allem als Bezeichnung für eine Manga-Kategorie bekannt. Shōjo-Manga werden speziell für heranwachsende Mädchen gezeichnet. Es geht um große Gefühle wie die erste Liebe, Liebeskummer, Lovestorys, Freundschaften und Geschichten mit schönen Jungen, die man anhimmeln kann (Bishōnen, Kawaii).

In ihrer extremsten Form quellen Shōjo-Manga über vor rosa Seiten, Blumenranken, niedlichen, rüschig ausstaffierten Mädchen mit übergroßen, glänzenden Augen, in denen sich die Gefühle spiegeln, und Figuren mit überlangen Beinen und sich über die ganze Bildfläche ausbreitendem wallendem Haar. Großaufnahmen der Hauptfigur, langgestreckte, angeschrägte Bildrahmen und dekorative Elemente im Hintergrund unterscheiden das Erscheinungsbild eindeutig von Shōnen-Manga (Manga speziell für Jungen). Ein ungeschriebenes Gesetz scheint zu sein, nichts Hässliches darzustellen, sogar die bösen Charaktere sind schön.

Bekannte Beispiele für Shōjo-Manga sind Sailor Moon, Wedding Peach, Card Captor Sakura und Weiß Kreuz. Eine beliebte Unterkategorie von Shōjo-Manga sind Shōnen Ai-Manga, die sich der gleichgeschlechtlichen Liebe zwischen Jungen widmen. Neben den an Mädchen bis 16 Jahren gezielten Shōjo- gibt es auch Josei-Manga, die sich aber an eine ältere Zielgruppe richten.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Vorläufer des Shōjo-Manga sind ab etwa 1912 in diversen Zeitschriften, die sich an junge Mädchen richteten, zu finden. Hierbei handelte es sich noch um 4-koma-Manga (Sprich yonkoma).

Erst 1953 erschuf Tezuka Osamu, Urvater des modernen Manga, den ersten Shōjo-Manga mit einer kontinuierlichen Geschichte, Ribon no Kishi. Allgemein wird dieser Titel als die Geburtstunde des Shōjo-Manga betrachtet.

In den folgenden Jahren gewann die Gattung immer mehr an Popularität, 1955 wurden mit Nakayoshi und Ribon die ersten beiden Magazine gegründet, die sich auf Shōjo-Manga spezialisierten. In dieser Zeit waren es fast ausschliesslich Männer, die den Manga für junge Mädchen zeichneten. Viele junge, männliche Mangaka begannen ihre Karriere als Shōjo-Mangaka und nutzten ihn praktisch als Geldquelle, bis sie ihren Durchbruch im Shōnen-Manga hatten. So unter anderem auch grosse Namen wie Ishinomori Shōtarō, Yokoyama Mitsuteru, Matsumoto Leiji und Chiba Tetsuya.

Ab etwa Mitte der 60er konnten sich auch Frauen im Shōjo-Manga durchsetzen. Zeichnerinnen wie Nishitani Yoshiko, Watanabe Masako und Mizuno Hideko prägten nach und nach den Gedanken, dass Shōjo-Manga "Manga von Mädchen für Mädchen" sind. Trotzdem hielten sich auch diese Mangaka noch überwiegend an die von männlichen Kollegen vorgebenen Muster und Inhalte.

Für eine Revolution sorgte ab 1969 eine Generation neuer Mangaka, die später als die 24er in die Geschichte des Manga eingehen sollten. Mit neuartigen Konzepten und unkonventionellen Zeichenmethoden machte sich diese Gruppe um Hagio Moto, Yamagishi Ryōko und Takemiya Keiko den Shōjo-Manga endgültig eigen. Der Einfluss der 24er war enorm und immer mehr junge Frauen fühlten sich durch sie dazu inspiriert, selbst Shōjo-Manga zu schaffen. Bis Ende der 70er wurde die Gattung von weiblichen Mangaka dominiert und nur wenige Männer schafften es, sich in ihr durchzusetzen (unter anderem Adachi Mitsuru) - wenn doch, dann meist nur unter weiblichem Pseudonym.

Das Spektrum erweiterte sich; 1975 wurde beispielsweise das Manga-Magazin Mimi gegründet, das sich an Mädchen zwischen 14 und 21 richtete.

Diese Euphorie und der Erfindungsreichtum schien aber nur ein knappes Jahrzehnt anzuhalten. Gegen 1979 schien sich der Shōjo-Manga nicht wirklich weiterzuentwickeln. Bereits aufgegriffene Themen wie Shōnen Ai, Historiendramen und Melodramen schienen sich zu wiederholen, ohne dabei neue Akzente zu setzen. Ebenso wie der Zeichenstil. In den Augen mancher Kritiker schien der Shōjo-Manga teils mehr und mehr zu einer Parodie auf sich selber zu verkommen - vergleichbar mit der stagnierenden Entwicklung die der Shōnen-Manga bis etwa Mitte der 70er durchmachte.

Frischen Wind in das Genre brachte eine Gruppe von neuen Mangaka in den 80ern, die sich vom Melodrama und den fernen Ländern abwandten und begannen, sich auf Alltagsgeschichten zu konzentrieren und diese durchaus auch mit reichlich Selbstironie darboten. Dieser Gruppe gehörten unter anderem Watanabe Taeko, Akisato Wakuni, Sakura Momoko und Yoshida Akimi an.

In den Folgejahren differenzierte sich der Markt weiter. Neben den etablierten Zeitschriften wurden alternative Magazine gegründet, die sich mehr an weibliche "Hardcore"-Fans richteten, wie das Fantasy-orientierte Asuka oder das Yaoi-Magazin Be-Boy. Dies war wohl auch eine Reaktion auf den Dojinshi-Boom der 80er Jahre, durch den auch die Gruppe Clamp und Ozaki Minami sich einen Namen machten.

Wichtige Titel[Bearbeiten]

1950er[Bearbeiten]

1960er[Bearbeiten]

1970er[Bearbeiten]

1980er[Bearbeiten]

1990er[Bearbeiten]

2000er[Bearbeiten]

Shōjo-Magazine[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Japan[Bearbeiten]