Manhwa

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Ein Manhwa ist ein koreanischer Comic. Manhwa sind, anders als japanische Comics (Manga), in westlicher Leserichtung gehalten.

Zeichner von Manhwa werden Manhwaga genannt.

Manhwa und Manga haben dieselben Schriftzeichen, diese werden aber anders ausgesprochen. Genau wie Manga, haben Manhwa eine weit gefächerte Genre-Vielfalt. Shoujo, Shonen, Fantasy, Romance, Comedy, Horror, alles was man sich vorstellen kann in allen Möglichen Zusammensetzungen. Quellen bestätigen einen Manhwa-Trend zu „Themen für Mädchen gepaart mit Fantasy-Elementen“ wie z.B. Ritter der Königin oder My Wish. Neuerdings gibt es auch Manhwa mit Lerneffekt, die weit über ein reines Unterhaltungsmedium hinausgehen. Sie –die Manhwa- animieren auch leseschwache Koreaner dazu, auch mal zum Buch (in diesem Fall „Comic“) zu greifen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Manhwa haben in Südkorea eine krasse Kehrtwende hingelegt. Wenn sie noch während der Demokratisierung Koreas (1987) verschrien waren und auch beschlagnahmt wurden, so haben sie heute eine Förderstelle (eine Unterabteilung des Ministeriums für Kultur und Tourismus) mit einem jährlichen Etat von ca. 1 Milliarde US-Dollar, die „Korea Culture and Content Agency“ (KOCCA). Heutzutage treffen sich junge und alte Leute in so genannten Manhwa-Bangs in Comic-Bibliotheken oder an anderen öffentlichen und privaten Orten. In Comic-Bibliotheken kann man für wenig Geld die neuesten Manhwa lesen. Sie werden häufig von Jugendlichen nach der Schule/Universität genutzt.

Manhwa in den USA[Bearbeiten]

In den USA stehen die südkoreanischen Comics seit langem im Schatten der Manga. Seit den 80ern werden Manhwa dort - meist als Manga – vermarktet. Allerdings wird seit kurzer Zeit auch dort begonnen zu Unterscheiden.

Manhwa in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland nimmt die Popularität von Manhwa und Manga immer mehr zu. Auf vielen Plattformen werden im Internet Informationen und Selbstgezeichnete/Selbstgeschriebene Geschichten veröffentlicht und über Manga, Manhwa und Anime gechattet. Als Beispiel dafür kann man Animexx nehmen, der größte deutsche Verein für asiatische Comic-Kunst mit allem drum und dran, der über 80.000 aktive Mitglieder hat, unter denen auch erfolgreiche Mangaka wie Judith Park (Dystopia) und Christina Plaka (Prussian Blue) sind. Manhwa und Manga sind vor allem bei den Jugendlichen sehr beliebt. Bei den Eltern haben Manhwa und Manga eine schwere Ausgangsposition, da sie von vielen Eltern als Schundlektüre verschrien sind. Viele Eltern haben noch nie einen (jugendfreien) Manga gelesen und stützen die meist abwertenden Beurteilungen auf Vorurteilen. Doch laut dem Humbolt-Universitäts-Professor Konrad Umlauf sind Manga und Manhwa ein "ideale{s} Brückenmedium" bei welchem leseschwache Kinder, Jugendliche und Erwachsene "ihre weniger entwickelten Lesefähigkeiten üben können".

Siehe auch[Bearbeiten]