Geschichte des Manga

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Der heutige Manga ist durch eine 900-jährige Entwicklung entstanden und in der heutigen Form erst seit dem Ende des zweiten Weltkriegs existent.

Mittelalter[Bearbeiten]

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts wurden in Japan erstmals Chôjugiga, Tier-Bildrollen, vom Mönch Toba (1053-1146) gezeichnet. Diese Kunst kam ursprünglich aus China und Korea nach Japan. Die Bilder stellen die Welt aus Sicht des Shintoismus dar, mit übernatürlichen Wesen und Geistern.

In der Edo-Zeit (1600-1868) entstanden die Kibyôshi ("Bücher mit gelbem Umschlag"), kleine Bücher oder Hefte mit komischen oder volkstümlichen Erzählungen. Diese wurden mit nebenstehenden Texten ergänzt, sodass sich die Medien Text und Bild bereits sehr nahe kamen.

Die zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstandenen Emakimono bestanden aus farbigen Malereien auf Papierrollen, die zum Betrachten auf- und abgerollt werden mussten. Diese gelten als Vorgänger der Anime.

Von der Meiji-Zeit bis in die Zwanziger Jahre[Bearbeiten]

Der Holzschnittkünstler Katsushika Hokusai (1760-1849) benutzte noch während der Edo-Zeit das erste Mal den Begriff „Manga“ für seine Werke. Dieser Begriff etablierte sich zu Beginn der Meiji-Zeit, da nun durch den Einfluss der westlichen Kultur vermehrt Karikaturen und Comicstrips in den Zeitungen abgedruckt wurden.

Die Karikaturen wurden zuerst nach der Zeitung „Japan Punch“ „Ponchies“ genannt. Als sie immer unpolitischer wurden, führte Kitazawa Rakuten (1876-1955) 1899 den Begriff Manga neu ein, um sie von herkömmlichen Karikaturen zu unterscheiden. Rakuten gilt auch als erster professioneller Zeichner Japans. Auch das Stilmittel der Sprechblasen, um Texte einzubinden, wurde von den Amerikanern übernommen. Es setzte sich jedoch erst in den 20ern endgültig durch. In diesem Jahrzehnt erschienen auch die ersten Magazine, die auch Mangas enthielten, die Akahon.

Während des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten]

Besonders während des Krieges, aber auch schon in der Zeit davor, wurden Mangas für Propaganda benutzt. Es wurde über vom Staat gewünschte Themen geschrieben und Werte wie Loyalität, Tapferkeit und Stärke vermittelt. Gegen Künstler, die sich dieser Instrumentalisierung des Mediums widersetzten, wurde hart vorgegangen.

Nachkriegsjahre[Bearbeiten]

Nach dem zweiten Weltkrieg vermochte es das Medium Manga die Sehnsüchte der Bevölkerung nach Ablenkung zu erfüllen und es kam so zu einer ersten Blüte. Die Unterhaltungsmagazine enthielten immer mehr Manga, sodass sich die Manga Zasshi entwickelten. Zudem kamen nach dem Erfolg des Fernsehens und dem Niedergang des Papiertheaters Kami-Shibai viele Künstler aus diesem Bereich zum Manga.

Während dieser Blüte führte Osamu Tezuka (1926-1989) neue Techniken und Stilmittel ein, die den Manga bis heute beeinflussen. Er gilt daher als Schöpfer des modernen Manga. Die Unterhaltungsmagazine entwickelten sich zu reinen Comic-Zeitschriften für Kinder und Jugendliche.

Zur gleichen Zeit entstanden auch die ersten Gekiga, Mangas für ältere Leser. Diese wurden oft von ehemaligen Kami-Shibai-künstlern gezeichnet und hatten Studenten und Arbeiter als Zielgruppe. Sie waren ähnlich wie westliche Underground-Comics eher düster, spielten häufig vor historischen Hintergründen und waren realistisch gezeichnet. Diese Gekiga wurden auch vor allem in den Kashibonya vertrieben, Leihbüchereien, die in dieser Zeit entstanden. Die Kashibonya hielten sich jedoch nicht lange und wurden meist Ende der 50er jahre geschlossen. Dennoch waren die Gekiga zu dieser Zeit durch die große Verbreitung bereits in der japanischen Kultur anerkannt.

60er und 70er Jahre[Bearbeiten]

In den 60ern wurden die Manga vor allem bei Kindern und Jugendlichen immer beliebter. Viele Magazine erschienen nicht mehr monatlich, sondern wöchentlich. Gleichzeitig wurden auch immer mehr Animes produziert. Beide Medien beeinflussten sich gegenseitig sehr stark. In dieser Zeit entstanden die ersten Sportmangas und Shoujo-Mangas.

Diese veränderten sich in den 70ern stark, da es nun auch mehr und mehr weibliche Mangakas gab, die dieses Genre sehr stark beeinflussten. Darunter besonders die "Showa 24". Diese Gruppe von Frauen wollte die Shoujo-Manga etablieren, wie dies schon zuvor für die Shounen-Mangas geschehen war. Sie brachen mit traditionellen Bildaufteilungen und führten neue Symboliken ein. So übten sie starken Einfluss auch auf die Genre Fantasy, Science Fiction, Sport oder History aus. Einer der bekanntesten Manga aus dieser Gruppe ist Die Rosen von Versailles von Riyoko Ikeda.

80er Jahre[Bearbeiten]

Das Genre der Shoujo beeinflusste in den 80ern auch die Shounen-Mangas, sodass die „Romantic Comedy“ entstand. Die erste weibliche Mangaka im Bereich Shounen war Rumiko Takahashi. In dieser Zeit entstanden viele auch in Deutschland bekannte Mangas wie Dragon Ball, Akira und Ranma 1/2. Die Shojo-Mangas erreichten eine Popularität, die mit der der Shounen mithalten konnte, und es entstanden erste Manga für erwachsene Frauen.

90er Jahre[Bearbeiten]

In diesem Jahrzehnt begann die Zeichnerinnengruppe Clamp, die Nachfolge der „24er“ anzutreten. Auch sie brachten neue Themen und Stile in den Shoujo-Manga ein. Erstmals wurden nun auch Mangas nach Computer- oder Konsolenspielen gezeichnet. Darunter findet sich auch die in Deutschland bekannte Serie Pokemon. Es werden immer mehr Merchandising- und andere Medienprodukte zu Mangas angeboten.

Quelle[Bearbeiten]